Alle Jahre wieder kommt der Nikolaus …

Auch wenn Nikolaus schon vorbei war, hat uns Hartmut zu Hause einen wunderbaren Abend beschert: Das Wohnzimmer war festlich geschmückt, auch spontane Gäste wären noch untergekommen. Wir haben uns dann am großen Tisch zusammengefunden und mit der köstlichen, sogar veganen Linsensuppe begonnen.
Ach, ich habe ja noch gar nicht berichtet, wer alles da war! Wolfgang war schon da, als ich (unüblicherweise pünktlich um 7.07 Uhr oder war es 7.10 Uhr??) das einladende, warm und gelb leuchtende Haus von Hartmut betrat. Das „Steffi-Taxi“ brachte kurze Zeit später Elke, Udo und Eva aus Neuenhaus – und natürlich Steffi selbst. Also zurück zur Suppe – Hartmut hatte selbst gemachte Seelen noch im Ofen, als wir kamen, und dazu gab es einen selbst erfundenen Bohnendip (angelehnt an orientalische Hummus Rezepte) und einen, der an griechisches Zaziki erinnerte, und alles war freundlicherweise vegan, was niemand zu stören schien und dem Geschmack keinerlei Abbruch tat. Im Gegenteil!
Die meisten fingen erst mit dem Glühwein an, als eine erste Portion Abendessen als Basis vertilgt war. Und natürlich kam dabei pfälzischer Wein direkt vom Winzer als Grundlage zum Einsatz. Ich wollte dann noch meine letzte Yoga Stunde mit Klangschalenmassage nicht verpassen und habe mich kurz ausgeklinkt. Daher kann ich nicht genau berichten, was in dieser Zeit geschah. Ich bin aber sicher, alle haben sich gut amüsiert, denn ich bin noch mal zurück, um meinen Rotwein als Mitbringsel auszuhändigen. Alle waren fröhlich und vergnügt und Peter war auch noch nach der Arbeit dazu gestoßen. Das Essen war auch weitgehend vertilgt, wobei wir uns bemüht haben, noch etwas Linsensuppe für Hartmuts Frau Annette übrig zu lassen, die an dem Abend keine Zeit hatte. Unsere Versuche, Hartmut mit etwas AichTalern zu vergüten, um unsere Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, waren frustran- er ist ja fast ein AichTaler-Krösus, also war sein Konto schon zu voll nach seiner Einschätzung… Wer also schöne Hölzer hat, mit denen er schnitzen oder drechseln kann, kann ihn vielleicht von seinen zu vielen Talern herunter bringen.
Teilnehmer Versammlung am 10. März 2024
Sehr einladend sah es ja zunächst nicht aus, weil ein großer Lastwagen die Treppe versperrte und man nur mit akrobatischen Verrenkungen seine Sachen ins Gebäude bringen konnte. Und auch im Inneren schien der Besen für die Besen-Endreinigung von den Vorgängern nicht gefunden worden zu sein. Aber unverzagt wurde der Saal ansehnlich gemacht, die Tische gerückt, mit Tulpen geschmückt und interessante Flohmarkttische sind entstanden. Gleichzeitig wurde ein leckeres Buffet vorbereitet wie immer mit Brötchen und Brezeln, Käse, Butter, Marmelade, Hefezopf, Müsli, Rohkost mit Dips und anderen Köstlichkeiten. Hartmuts unbedingt notwendige Kaffeemaschine schien erst streiken zu wollen, aber die Katastrophe konnte noch abgewendet werden und trotz seltsamer Geräusche aus dem Inneren des Geräts, gepaart mit beharrlich rotem Blinken konnten wir alle aufmunternden Kaffee genießen. Natürlich gab es auch Tee als Alternative – den geplanten Apfelsaft hatte ich leider zu Hause vergessen…


Zurück zum Flohmarkt: da gab es passend zur Jahreszeit von Wolfgang hölzerne Hasen, sogar ein Hasenpuzzle und andere Osterdekoration. Hartmut hat inzwischen die Herstellung edlen Schreibwerkzeuges aufgenommen, mit teils unbekannten Hölzern aus aller Welt. Schließlich sind einige mit einem sicher langlebigen und nachhaltigen Kugelschreiber nach Hause gegangen, auf Wunsch in der eleganten schwarzen, Geschenkbox. Hierbei war die Finanzierung gemischt mit Materialkosten in Euro und AichTalern für die Arbeitszeit eine praktische Lösung. Außerdem konnten Schüsseln im Set, Bierkrüge, Messerschleifer und manch andere Gegenstände, die ich inzwischen vergessen habe, den Besitzer wechseln. Auch Eier und Ziegenkefir ergänzten später das Angebot.
Beim Brunch haben wir uns wieder auf den aktuellen Stand gebracht und sind pünktlich um 12.30 Uhr zum offiziellen Teil der Jahresversammlung übergegangen. Wie immer wurde mit dem Jahresrückblick begonnen. Gernot meinte (hoffentlich sinngemäß) wir seien im Moment weniger ein Tauschring, sondern eine Vereinigung zur Organisation von Freizeitaktivitäten. In diesem Feld waren wir im vergangenen Jahr auch außerordentlich erfolgreich mit vielen Aktivitäten. Tauschaktionen dagegen waren sehr jahreszeitenabhängig mit Spitze in den kälteren Jahreszeiten (Jahresversammlung!) und einer Flaute im Sommer-Halbjahr.

An einzelnen Aktionen fand (nahezu genau der Planung bei der Jahresversammlung 2023 entsprechend) Folgendes statt:
Am 12.2.2023 starten wir wie immer mit der Jahresversammlung im Häfner-Saal, wie üblich ebenso mit Brunch, Flohmarkt, Rückblick, Ausblick, Diskussion und zum ersten Mal konsequent mit ganz konkreter Terminplanung.
Am 16.3.2023 ging es mit Mitfahrgelegenheiten in die Sitt-Wein-Bar nach Stuttgart, wo jeder seinen Lieblingswein finden konnte.
Am 27.4.2023 fand dann tatsächlich der schon einmal verschobene vegane Stammtisch bei mir, Ursel, zu Hause statt. Tatkräftig unterstützt wurde ich von Hartmut. Mein Wohnzimmer war voll, aber für Winfried, der vorbildlich mit dem Fahrrad kam, gab es auch noch Platz. Im Angebot waren unter anderem bunte Wickelschnecken (neudeutsch „Wraps“), Ameisen auf dem Baumstamm (neudeutsch „ants on the log“) – Selleriestange mit Erdnussbutter und Rosinen) und buntes Wurzelgemüse aus dem Ofen. Ich hoffe, keine und keiner musste hungrig nach Hause gehen!
Am 14.5.2023 gab es für regenfeste TN eine botanische Wanderung vom Schützenhaus in Bonlanden aus. Sie wurde geführt von Professor Böker, der uns lauter oft gesehene, aber unbekannte Blattpflanzen vorstellte. Am spannendsten fand ich ein eingezäuntes Stück mitten im Wald, zum Schutz einer seltenen Orchidee namens Wald-Vögelein, von der wir schon erste Blätter finden konnten. Aber auch eine sehr seltene Pflanze gibt es unter der Aichtalbrücke!
Am 31.5.2023 gab es einen Tauschring Stammtisch im Schützenhaus in Grötzingen, am 10.7.2023 dann einen Stammtisch im Gasthaus zum Uhlberg in Neuenhaus.
Am 3. September fand dann sehr spontan die ursprünglich für den 6. August. geplante Radtour statt, die eine kleine aber muntere Truppe durch Siebenmühlental und über Echterdingen zurück ins Aichtal führte, gekrönt durch farbenfrohe Eistüten unterwegs und Einkehr im Schwanen in Bernhausen zum Schluss.
Am 7.12.2023 um 7.12 Uhr startete dann bei Hartmut der gut besuchte Glühwein-Stammtisch mi! von Hartmut selbst hergestelltem Liptauer Käse, Brezeln und natürlich Glühwein. Es besteht Aussicht, dass ein ähnliches Ereignis auch in 2024 stattfindet und könnte nur empfohlen werden!

Christiane hat nach 25 Jahren Erledigung der Finanzgeschäfte des Tauschrings nun den Wunsch geäußert, dieses abzugeben. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Christiane und ihren Mann Walter für diese langjährige Arbeit!! Zur großen allgemeinen Erleichterung hat sich Elke spontan bereit erklärt, dies zu übernehmen. Auch hierfür von allen vielen Dank!
Hiermit kommen wir schon zum weiteren Ausblick auf das schon begonnene Jahr 2024:
Am 10. März 2024 fand also die oben beschriebene Teilnehmerversammlung statt.
Wie im Vorjahr hatte es sich bewährt, nicht nur allgemeine Vorschläge zu machen, sondern gleich zur konkreten Terminvereinbarung zu schreiten. Deshalb wurden in 2023 vermutlich auch mehr gemeinsame Aktionen tatsächlich auch umgesetzt. Die Diskussion hierzu war lebhaft und vielfältig.
Im Weiteren haben wir folgende Veranstaltungen geplant:
- Einen Ausflug in die Sitt Weinbar nach Sindelfingen
- Stammtische im Schützenhaus in Aichtal-Grötzingen, im Gasthaus Uhlberg in Aichtal Neuenhaus und im Bonländer Eck in Bonlanden
- einen Fahrradausflug ins Schaichtal mit Ziel Café Mieze in Dettenhausen
- eine Einladung zum Gartenfest bei Eva und Udo
- ein Frühstück bei Elke mit selbst-gemachten und selbst-gebrachten Produkten
- einen Ausflug zum Forellen-Essen in Lichtenstein Honau
- Für den Herbst eine Alb-Wanderung für den Tauschring
- eine Neuauflage des After-Nikolaus-Stammtischs bei Hartmut
Nun wünsche ich uns alle einen schönen restlichen Frühling und einen wunderbaren, nicht zu trockenen (und bei den Veranstaltungen nicht verregneten!) Sommer!
Ursula Sigloch
Nachts sind alle Burgunder grau!
Nein, nicht alle…. dies und anderes herauszufinden, haben wir uns auf den Weg nach Sindelfingen gemacht. Von den circa zehn ursprünglichen Interessenten blieben noch vier übrig Steffi, Udo, Eva und ich. Einer musste für eine Kollegin einspringen. Einer war krank, und seine Frau wollte ihn nicht alleine lassen, einer musste seine Frau unterstützen, deren Mutter krank wurde und mehrere waren interessiert, konnten aber an dem Termin nicht mitkommen. Bei der überschaubaren Gruppe hat sich Steffi spontan zur Gesamtchauffeurin bereit erklärt und nach Ankunft in Sindelfingen ihr Auto souverän gleich in den ersten engen Altstadt-Parkplatz hineingekurbelt. und mit etwas Akrobatik kam sie auch aus dem Auto wieder raus.
Es war Freitag, also schon recht voll im Sitt. Aber im Vergleich zum Sitt in Stuttgart gibt es doch etwas mehr Platz. Nach einer kleinen Führung durch den historischen Altbau (wegen Regen hatten wir auf die ursprünglich angedachte Altstadt Führung verzichtet) hatte ich im Neubau unseren Tisch reserviert, da es im Altbau keine Plätze für die ursprünglich geplanten 8-10 Personen gibt. Nach ein paar Probeschlucken Wein wurden verschiedene Flammkuchen getestet. Auch der vegane Gemüse-Flammkuchen fand hierbei Zustimmung. Eva war auf Grauburgunder spezialisiert, sie ließ sich auch nicht von Udo mit Scheurebe täuschen. Sie hat bei den drei aktuell verfügbaren Sorten Grauburgunder ein persönliches Ranking erstellt. Die seit dem 14. Jahrhundert bekannte Rebe heißt in Deutschland auch Ruländer, in Frankreich. Pinot gris, in Italien Pinot grigio und grauer Mönch ist auch dieselbe Rebe. Udo fing mit Riesling an, um dann zu eher luxuriösen Rotweinen überzugehen, während Steffi bei Johannisbeerschorle blieb.

Will kam dazu und half beim Flammkuchen essen und Weinverkosten. Bei einem Besuch kann man aber doch nur einen kleinen Bruchteil der 100 verfügbaren Weine probieren. Also werden wir noch mal wiederkommen müssen… Die letzte Herausforderung vor der Heimreise zu fünft, war die Entdeckung der Gurte auf der Rückbank, aber auch das Problem ließ sich schließlich lösen. Beschwingt und mit Plänen für‘s Filme und Foto anschauen (Udo hat als Fotograf und Kameramann noch manche Preziosen im Schrank) wurden wir alle bis vor die heimische Haustür chauffiert.
Wir freuen uns schon auf die Gartenparty am 13. Juli bei Eva und Udo im Garten und helfen gern beim Grillaufstellen und was sonst so anfällt.
Ursula Sigloch
Der 4. Aichtaler KulturTauschTag –
20 Jahre Tauschring Aichtal
20 Jahre besteht der TauschRing im Aichtal und fast auf den Tag genau wurde das Jubiläum in der Zehntscheuer in Aich unter dem Motto der drei KU`s, Kunst, Kultur und Kulinarisches, gefeiert.
Die „Urgesteine“ Ursula Sigloch und Gernot Adolphi erinnerten noch einmal, wie alles begann.

Es entstand vor 20 Jahren eine Nachbarschaftshilfe mit Außenwirkung. Jeder hat Talente, Kompetenzen oder auch technische Geräte, die er anderen anbietet und mit ihnen teilt. Wer Hilfe braucht, wendet sich an die TauschRingTeilnehmer, bezahlt wird in „AichTalern“, der imaginären Währung. Es ist ein Konzept der Nachhaltigkeit. Im Laufe der Jahre sind durch gemeinsame Unternehmungen wie Ausflüge und Feste, Freundschaften entstanden, man kennt sich ganz gut, hilft sich verlässlich gegenseitig. Jeder kann mitmachen und viele Besucher erfuhren, wie der TauschRing funktioniert.

Die Mitglieder hatten sich eingebracht, mit Rat und vor allem mit Tat. Beispiele, was alles getauscht werden kann, waren ausgestellt oder dokumentiert. Neben Selbstgemachtem gab es auch „Flöhe“ auf dem Flohmarkt zum Kaufen und Tauschen.

Die kulinarische Kompetenz, schon mehrfach gut kennengelernt, ließ keine Wünsche offen. Gegrilltes von Enrique, ein vielseitiges Angebot an Salaten und Schlemmereien, dazu die anschließende Schlacht am Kuchenbuffet zeigte, es wurde gefeiert!


Die Big Band der Gutenhalde swingte und rockte zur Begeisterung der Besucher. Musik liegt auch in den Damen von „Vocal Colours“ im Blut, a cappella, einfach schön.

Es war ein Tag für alle – ob Jung oder Alt, von allen, offen für Neugierige und „alte Hasen“, die fröhlich zusammen mit den Besuchern ein Jubiläum feierten und die ein oder andere kreative Leistung erbrachten.
Wer Lust hat, besucht unseren Stammtisch am Montag, 1. Juli um 20.00 Uhr im Gasthaus Uhlberg in Neuenhaus.
Irene Halverscheidt
Dieser Artikel erschien im Mitteilungsblatt Aichtal vom 16. Mai 2019
